Was sind Intelligente Energien? Fahre ich in Zukunft mit einem mucksmäuschen stillen und umweltschonenden E-Autos? Und kann ich überhaupt etwas verändern? Diesen Fragen gehen wir in folgenden Foren nach:
„Intelligent Energy – gut für Klima und Geldbeutel?“
Samstag, 18. Juli 2009, 20:00 – 21:30 Uhr
„Intelligent Energy“ beschreibt das Potential der Erneuerbaren Energien sowie energieeffizientes Handeln. Die regenerativen Energien hatten im Jahr 2007 einen Anteil von 14,2 Prozent am Stromverbrauch in Deutschland erreicht und damit rund 114 Millionen Tonnen CO2 im Vergleich zu konventioneller Stromgewinnung eingespart. Sogar eine Energieversorgung komplett aus Erneuerbaren sei möglich – sagen die einen und bestreiten die anderen.
Welche Hindernisse gibt es noch für eine saubere Energieversorgung und was kostet sie mich? Welche Möglichkeiten habe ich, der drohenden Erderwärmung entgegen zu wirken und unseren Planeten auch für nachfolgende Generationen lebenswert zu erhalten? Wie nehme ich Einfluss
auf politische Entscheidungsträger, damit die Weichen in Richtung Zukunft gestellt werden können?
Diese Fragen diskutieren:
Wolfgang Gründinger (AG "Energie der Zukunft" des Think Tank 30 (tt30), Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, Jugendkomitee des Bundesumweltministeriums, Bündnis für ein energieautarkes Ostbayern (BEO), Autor) - „Umwelt- und Klimaschutz sind die Top-Themen der Jugendlichen - noch vor Wirtschaft- und Finanzkrise und Terrorismus.“
Hermann Scheer (Präsident von EUROSOLAR, Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien, Vorsitzender des Internatioalen Parlamentarier-Forums Erneuerbarer Energien, Mitglied des Deutschen Bundestags) - „Die Grundfrage der gesamten weltwirtschaftlichen und zivilisatorischen Entwicklung ist, wie wir von nicht-erneuerbaren zu erneuerbaren Ressourcen kommen.“
Thomas Prudlo (GF Green City Energy / Mitstreiter der ÖDP und vieler Umweltorganisationen) „Es geht nicht um Gutes für Klima und Geldbeutel, sondern um eine Überlebensökonomie, deren Tragweite wir nicht erkennen wollen."
Prof. Dr. Hubert Weiger (Bundesvorsitzender BUND / Landesvorsitzender Bund Naturschutz) - „Bis 2020 können regenerative Energien die Kapazitäten der abzuschaltenden Atomkraftwerke ersetzen.“
Sonja Meister (Leiterin des Klimaprogramms von Friends of the Earth Europe) - „Wir brauchen eine globale und gerechte Lösung der Klimakrise, und wir müssen dafür sorgen, dass Europa mit intelligenter Energie seinen Anteil dazu leistet.“
Hans-Josef Fell (Mitglied des Deutschen Bundestags, Sprecher für Energie und Technologie der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN) - „Die vollständige Abkehr von den fossilen und atomaren Energieträgern ist notwendig und mit dem Umstieg auf Erneuerbare Energien möglich. Mein Motto: Klimaschutz durch 100% Erneuerbare Energien.”
Moderation:
Franziska Storz (SWR2)
Marco Eisenack (text:bau Verlag)
„Tanken an der Steckdose – wohin steuert die Autoindustrie?“
Sonntag, 19. Juli 2009, 12:30 – 14:00 Uhr
Rund eine Million Elektroautos sollen sich bis 2020 auf unseren Straßen bewegen und Deutschland damit zum Leitmarkt für E-Mobilität machen. Die Vision ist verlockend: Elektroauto stoßen kein CO2 aus, sind flüsterleise und zeigen, dass Ihr Besitzer am Puls der Zeit ist. Doch so charmant diese Vorstellung in Zeiten der Klimadiskussion ist – viele Fragen sind momentan noch ungeklärt:
Ist z.B. Atomstrom der Antrieb für unsere moderne Fortbewegung? Wie weit komme ich mit meinem E-Auto, wie und wo „tanke“ ich es unterwegs auf? Führen die Kooperationen der Automobil- und Stromkonzerne zur Entwicklung neuer Megakonzerne? Und vor allem, ist das Auto überhaupt ein Modell mit Zukunft?
Spannende Fragen, auf die wir eine Antwort suchen mit:
Martin Schreiner (KVR, Mobilitätsmanagement) – "Auch wenn Autos künftig mit Strom fahren, brauchen sie genau so viel wertvolle Fläche und Lebensraum, wie die Benzinfresser. Wir brauchen hohe Mobilität mit möglichst wenig Auto und keine Feigenblätter, die unser Gewissen entlasten."
Tomi Engel (DGS) – "Die Zukunft fährt elektrisch und mit 100% erneuerbaren Energien - oder gar nicht."
Toni Hofreiter (MdB) – "Wir müssen den öffentlichen Personen Nahverkehr stützen, denn individuelle Mobilität mit PKW´s bürgt weitere Probleme. Mobilität muss für alle da sein und nicht nur für Privillegierte, die sich ein Auto leisten können."
Werner Reh (BUND, Verkehrsexperte) „Keiner der deutschen Hersteller hat seine Spritspar-Hausaufgaben erfüllt - im Gegensatz zu einigen ausländischen Herstellern wie Renault und Fiat.“
Andreas Klugescheid (BMW Group - politischer Sprecher) - „Wir werden bereits in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts die ersten Megacity Vehicles mit einem reinen Elektroantrieb oder einem extrem effizienten Verbrennungsmotor auf den Markt bringen.“
Moderation:
Barbara Höfler (Zündfunk)
Paul Hanske (Nido, Zündfunk)
„Kampf um unsere Zukunft – die neue Umweltbewegung“
Sonntag, 19. Juli 2009, 16:00 – 17:30 Uhr
Vom Müsliesser und Birkenstockträger zum Trendsetter und Lifestyle-Vorreiter: Der Hochglanzlebensstil hat die Umweltaktivisten eingeholt. Gleichzeitig wollen sich die Menschen nicht mehr langfristig an Vereine binden. Das bekommen auch die großen Umweltschutzverbände zu spüren.
Was bedeutet das für die moderne Umweltbewegung? Welche Konzepte des Kampfes um unsere Zukunft werden heute von den Menschen angenommen? Ist ein Kampf überhaupt noch nötig oder reicht es, wenn wir alle zu individuellen Umwelt-Hedonisten werden?
Silvia Gonzalez (Green City) "Es gibt tausend gute Gründe ökologisch zu leben - DU bist die neue Umweltbewegung!"
Milo Tesselaar (Biorama) „Nachhaltigkeit bedeutet für mich aktiv zu werden, etwas zu unternehmen und nicht zu warten, bis andere etwas tun, oder etwas vorzeigen.“
Martin Geilhufe (JBN Landesvorstand/ BN- Landesvorstand/ YfoEE) „Die Umweltbewegung muss sich radikalisieren und vernetzter werden.“
Don Caramelo (Raggabund, Les Babacools): „Jeder kann und muss selbst tätig werden. Nur die Umstände zu beklagen bringt nichts."
Sara Ann Lampmann (Robin Wood, Pressesprecherin) „Für viele ist der Verzicht auf die Fahrt mit dem Auto eine Einschränkung ihrer Lebensqualität, für mich ist es genau umgekehrt.“
Florian Braunreuther (Umweltinstitut München e.V., Referent für Energie und Klimaschutz) "Auch die moderne Umweltbewegung braucht einen langen Atem. Mit einzelnen Events allein ist noch nichts gewonnen."
Moderation:
Elli Veh (Zündfunk)
Marion Uschold (Antenne Bayern)


